Fahrenheit 451 Ein Klassiker, der einigen bestimmt aus dem Oberstufenenglischkurs bekannt sein dürfte, sich bisher aber erfolgreich vor mir versteckt hat. Hatte.
[Achtung, Spoiler]
Bradbury beschreibt eine Dystopie, in der die Regierung die Bevölkerung meinungslos hält, indem sie dafür sorgt, dass sämtliche Bücher und Zeitungen verboten und nach Möglichkeit vernichtet sind. Die Bevölkerung wird durch Werbedauerberieselung (schön genau “vorhergesagt”) und sogenannte “Parlours”, ein Raum voller Monitore, die Telekonferenzen simulieren und in denen die Leute stundenlang hocken (hallo Chaträume) dumm und zufrieden gehalten.
 
Montag, die Hauptfigur (ein selten dämlicher Name), ist “Fireman”, was so viel bedeutet, dass er Häuser abfackelt, in denen jemand Bücher gehortet hat. Irgendwann fängt er an, sich zu fragen, ob er das richtige tut, einerseits angestachelt vom geheimnisvollen (uuuh) Nachbarschaftsmädchen Clarisse (eine Figur, die ich nicht ganz verstanden habe), andererseits dadurch, dass er ein Haus niederbrennen muss, dessen alte Bewohnerin sich weigert, zu gehen (bei der Gelegenheit sackt er heimlich ein Buch ein).
Er fängt irgendwann an, durchzudrehen, wird verraten und flieht, und wird schließlich von einer Gruppe Abtrünniger aufgenommen. Ach ja, die ganze Zeit über bricht übrigens ein Krieg aus, welcher die Bevölkerung nicht interessiert, bis sie schließlich plattgemacht wird.

Das Buch is angenehm zu lesen und spannend geschrieben. Schadet nicht, es mal gelesen zu haben.
Allerdings sind mir so ein paar Dinge nicht ganz grün:

  • Wenn Bücher bäh sind, wie lernen die Leute dann lesen (denn das tun sie)?
  • Clarisse passt mir irgendwie nicht, weil sie zu kryptisch ist, und aus der Geschichte entfernt wird wie ein unliebsamer Schauspieler aus einer Seifenoper.
  • Montags Nervenzusammenbruch ist mir etwas zu übertrieben (aber nichtsdestotrotz gut geschrieben).
  • Das Ende ist mir zu offen.

Trotzdem ein gutes Buch.
 
 
Die gute Eva hat mir das übrigens stilgerecht als Reclam-Heftchen geschenkt. Mit Vokabeln unten auf der Seite.
Ich konnte mich beim Lesen natürlich nicht zurückhalten, zu gucken, welche Vokabeln denn da gegeben werden. Leider stört das ein wenig beim Lesen, weil man teilweise durch die Vokabeln vorgreift und zusätzlich aus dem Lesefluss herauskommt.
Die Auswahl der Vokabeln fand ich nebenbei auch befremdlich. Neben manchen durchaus sinnvollerweise angegebenen Wörtern waren nämlich oft auch solche dabei, die ich als eher trivial bis sollte-man-wissen ansehen würde, während andere wesentlich ungewöhnlichere Worte nicht erklärt wurden.
Seltsam.