altEine Abhandlung über den jüngeren Teil der Bevölkerung, ihre Fehler, deren Ursachen und Lösungsansätze dafür. Ich habe im Vorfeld viel Gutes und noch mehr Schlechtes über dieses Buch gehört. Und ich kann mich ersterem mehr, letzterem weniger anschließen.
Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt, die sich mit den Bereichen Bildung, Beruf, Liebe und Erziehung auseinandersetzen, und die jeweils in sich abgeschlossen sind, wobei am Ende eines jeden Kapitels Ideen und Ansätze für Wege aus der Misere gegeben werden.

Im Grunde ist das Buch eine einigermaßen kurzweilig geschriebene Analyse der “Generation Doof”, unter der die Autoren alles zwischen 15 und 45 stecken, für die Bildung, Eigeninitiative und Verantwortung zu vermeidenswerten Eigenschaften zählen. Hier setzt auch ein erster Kritikpunkt meinerseits an: die Autoren zählen sich dazu. Allerdings fällt bei der Lektüre auf, dass sie eben doch die genannten Eigenschaften besitzen, wodurch dieses sich-dazu-zählen, zwischendurch immer mal wieder betont, auf mich sehr gewollt bis rechtfertigend wird (“wir gehören dazu, also dürfen wir auch darüber schreiben.”).
Was allerdings im Grunde nur ein kleiner Punkt ist: im Großen und Ganzen ist das Buch wirklich gut durchdacht. Es wird treffend analysiert und vor allem recht unvoreingenommen mehrere Seiten eines Themas aufgezeigt. So wird zum Beispiel für Lehrer (und Erzieher, Tagesmütter etc.) mehr als nur eine Lanze gebrochen, ohne es zu unterlassen, tatsächlich bestehende Missstände aufzuzeigen, gepaart mit wirklich sinnvollen Lösungsansätzen. Ich als Lehrerkind (und bis vor Kurzem selbst Lehrender) bin in den entsprechenden Abschnitten aus dem innerlichen Kopfnicken nicht mehr herausgekommen.
Von diesen Stellen gibt es mehrere, und das ist es, wie das Buch mich letztendlich für sich gewonnen hat.

Eine klare Kritik, die eine wirkliche Begeisterung für das Buch dann doch verhindert, ist allerdings der Schreibstil. Nüchtern betrachtet ist das ein Sachbuch, was ein bisschen einen wirklich fesselnden Lesefluss verhindert. Soweit ist das ja noch nicht schlimm; ich erwarte von einem Sachbuch auch keinen Spannungsbogen, im Gegenteil. Allerdings versuchen die Autoren, die an sich trockene Thematik durch einen witzigen Schreibstil aufzulockern, wahrscheinlich nach Vorbild einiger damit erfolgreicher Autoren wie z.B. des Herrn Nuhr auf seiner Suche nach intelligentem Leben oder des Herren zu Hirschhausen und seiner wachsenden Leber. Leider schießen sie damit mehr als nur ein bisschen übers Ziel hinaus, so dass es passagenweise einfach zu gewollt witzig erscheint. Man muss nicht alle drei Sätze ein Wortspiel oder eine tolle neue Formulierung einbauen.

Trotzdem kann ich empfehlen, das Buch zu lesen. Im Großen und Ganzen ist es nunmal immer noch kurzweilig, und der Inhalt ist wirklich gut.

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