April 2010


Ich hab schon viel zu ewig nichts mehr über Platten oder Musik im Allgemeinen geschrieben.
Das geht gar nicht.

Und deswegen mach ich jetzt Schluss mit dem Unterlassen. Und zwar aus guten Anlass (nicht, dass es die vorher nicht gegeben hätte…): der werte Herr zu Knyphausen hat eine neue Platte rausgebracht. Endlich.
Bisher ist meine Lieblingsplatte dieses Jahr. Und das sage ich trotz Musée Méchanique (über die ich auch noch einiges zu schreiben hätte). Die Lieder sind (in Ermangelung eines besseren Wortes) kompakter als auf dem ersten Album; insgesamt klingt es ein bisschen ausgereifter. Und das will was heißen.
Die Stimmung des Albums schwankt ausgewogen zwischen düster und schwermütig bis irgendwie romantisch, einzig “Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten” (mit Dendemann-Zitat!) sticht als beinahe fröhliches, sommerliches Lied raus. Auch die Mischung zwischen akustischen und Band-Tracks stimmt.

Es ist die Art Platte, die einem den ganzen Tag als Ohrwurmrudel durch den Kopf pflügt.

Bemerkenswert an den Liedern finde ich, dass gerade bei den wirklich traurigen Sachen (wie “Seltsames Licht” oder “Dreh dich nicht um”, zwei unglaublich gute Lieder) immer irgendwie ein Funken Hoffnung mitschwingt.

Es ist auch irgendwie angenehm seltsam, Songs, die man schon seit beinahe zwei Jahren kennt “endlich” auf einem Album zu finden, namentlich “Melancholie” und “Hurra! Hurra! So nicht.” Seit zwei Jahren, weil er sie schon auf dem ersten Konzert gespielt hat, das ich von ihm besucht habe. Er hat nämlich angenehmerweise die Angewohnheit, neue Lieder mit auf Tour zu nehmen, und auszuprobieren, und an ihnen rumzufeilen, bis sie ihren Weg auf ein Album finden.

Ach ja, Konzert.
(mehr …)

Wenn da nur nicht immer dieser blöde Perfektionismus wäre.

Seriously?

Der eigentlich geräumige Briefkasten war ansonsten leer.

Waren übrigens Vertragsunterlagen drin. Mit Umschlag aus Kartonpapier.

Ich bin immer wieder aufs neue unangenehm erstaunt, wenn mir bewusst wird, welch geringe Verbreitung die überaus schätzenswerte Kunst der Toilettenbürstenbenutzung anscheinend erfahren hat.

Irgendwann in den 70er oder 80er Jahren ist jemand auf die durchaus großartige Idee gekommen, in der Bonner Altstadt (die nur so genannt wird, aber eigentlich keine Altstadt ist), genauer gesagt in Heerstraße und Breite Straße japanische Kirschbäume zu pflanzen. Und nicht nur zwei, drei, sondern so viele, wie hingepasst haben.
Das hat den Effekt, dass jedes Jahr im Frühjahr diese beiden Straßen zwei, drei Wochen lang in Rosa explodieren.

Das ist ein wirklich schöner Anblick, und ich möchte schon seit Jahr und Tag mal Fotos davon machen.
Heute hat sich dann tatsächlich durch eine glückliche Konstellation der Sterne (oder so ähnlich) die dafür nötige Kombination von freier Zeit, tollem Wetter und richitgem Zeitpunkt ergeben, so dass ich mich mit meiner Kamera auf die Socken gemacht hab (nachdem sich die üblichen verdächtigen zum Katerbrunch im Café Blau getroffen und danach auf die Wiese am Alten Zoll gelegt haben, wo uns auch prompt diverse Menschen über den Weg gelaufen sind).

Mit den Ergebnissen bin ich doch recht zufrieden.
 




Das einzige, was wirklich schönen Bildern oft dabei im Wege steht, sind Autos, die irgendwo quer parken. Und die ganzen Fotografen, die mitten auf der Straße stehen.

Nächste Seite »