Gestern abend hat der gute Pedda seine Geburtstagsschrägstricheinweihungsfeier in der ehemaligen Casa del Olli gegeben.
Eine wunderbare Feier, auf der man nette neue Leute und seltsame dänische Cocktails namens Brannbil (riecht wie Jägermeister, schmeckt wie Almdudler) kennenlernen durfte. Eine von diesen Feiern, bei denen man sich herrlich amüsiert und irgendwann durch einen Blick auf die Uhr feststellt, dass es bereits vier Uhr morgens ist, und man sich mal nicht mehr ganz so langsam aufmachen sollte, um den letzten Nachtbus zu erwischen.

Um vom Peter nach Hause zu kommen, muss ich erst von der falschen Rheinseite zum Hauptbahnhof fahren, um da in den Nachtbus Richtung Süden umzusteigen. Wenn der Bus aus Beuel (ersterer) früh da ist, kann man sogar mit ein wenig Glück den Zug aus Köln Richtung Koblenz erwischen; etwas, das mir gute 15 Minuten auf dem Heimweg spart, wenn es denn klappt.
Diesmal war der Bus früh, und mit einem beherzten Sprint zum Gleis sah ich den Zug komischerweise auf einem anderen Gleis einfahren. Kein Problem, einmal Treppe runter, dabei den Fuß fies umknicken, die andere Treppen den Horden entgegen wieder hoch, und dann rein in den Zug. Aus irgendeinem Grund stand der Zug dann noch 5 Minuten (hätte also gar nicht rennen müssen), und dann fuhr er los.
In die falsche Richtung.

Das ist jetzt nicht wahr…

Neben mir stand direkt eine Schaffnerin*, die ich nur ungläubig fragen konnte, ob diese Bahn etwa nach Köln fährt.
“Ja. Der Zug von Samstag auf Sonntag um 4.27 fährt nur bis Bonn und dann zurück.”

Nein. Nein. Nein.

“Ääääääh…. shit. Muss ich dann jetzt ein neues Ticket lösen?”
“Neenee, lassen se mal. Ich vermerk das grad auf ihrem Ticket und ruf den Kollegen im Gegenzug an, dann können se in Köln Süd wieder umsteigen. Melden sie sich dann direkt beim Kollegen.”

Wenigstens bin ich an nette Leute geraten.

Um kurz vor 5 war ich dann in Köln Süd. Der Himmel nahm inzwischen eine dunkelblaue Farbe an.
Zehn Minuten später sass ich dann im Zug zurück und hatte vom Schaffner erfahren, dass auch dieser Zug nur bis zum Hauptbahnhof fahren würde. Das sind übrigens die einzigen beiden während der gesamten Woche, der Rest fährt durch. Glückwunsch, Mo.

In Bonn (der Himmel war inzwischen hellblau) fiel mir auf dem Weg zur U-Bahn noch ein, dass ja dieses Wochenende Tunnelbauarbeiten sind, und ab der Hälfte der Strecke Schienenersatzverkehr fährt. Wunderbar.
Der Fahrplan aber sagte, dass die erste Bahn noch durchfahren würde. Wenigstens etwas.

Nur hätte das die Bahn auch wissen müssen. Die hielt nämlich beim Museum König an, mit der Aussage, dass man bitte nach oben gehen solle, da würde der Ersatzverkehr warten. Tat er auch.

Inzwischen war es hell.

Aus irgendeinem Grund wartete der Bus dann noch weitere zehn Minuten. Einen Sinn dafür habe ich mir bisher nicht zusammenreimen können; schließlich war seine einzige Aufgabe, die Passagiere aus genau dieser einen Bahn aufzusammeln und drei Haltestellen weiter wieder abzuladen.
Im Grunde war mir das inzwischen aber auch egal.

Als wir dann nach deprimierend kurzer Fahrt (etwa halb so lang wie die Wartezeit) an der nächsten Haltestelle ankamen, wartete auch glücklicherweise schon die Bahn zur weiterfahrt.
Und wartete.
Etwa 30 Minuten.

30 Minuten, während derer ich dem Sonnenaufgang überm Siebengebirge zugeguckt hab.


Sonnenaufgang

 
Um halb sieben war ich dann endlich bei strahlendem Sonnenschein zuhause.
Eine Uhrzeit, zu der ich morgen aufstehen werde.

Sonnenaufgang