Je näher eine Wahl, in diesem Fall die Bundestagswahl, rückt, desto öfter lese ich in diversen Blogs und Foren Aussagen im Stil von „Ich werde nicht wählen gehen, weil ich mich mit keiner Partei identifizieren kann, und wenn die Wahlbeteiligung gering genug ist, geben wir ‚denen‘ ein deutliches Zeichen, dass wir nicht zufrieden sind.“ Eine gefährliche Logik.
 
 
Solange sie die Mehrheit haben, interessiert es Politiker herzlich wenig, von wie vielen Leuten diese Mehrheit ausgeht.
 
 
Das einzige Signal, welches man durch Nichtwählen setzt, ist: „Mir ist völlig egal, was ihr da macht.“
Selbiges gilt für die, die zwar wählen gehen, allerdings einen ungültigen Zettel abgeben. „Ich streiche alle Parteien durch, um mal zu zeigen, dass ich alle schlecht finde“.
Die einzigen, die den Wahlzettel jemals zu Gesicht bekommen, sind die Wahlhelfer. Und die verdrehen höchstens die Augen, bevor sie den Zettel zu den anderen auf den „zu blöd, um ein Kreuz zu machen“-Stapel legen.
Angekommene Aussage: keine.
 
 
Wenn man mit dem, was in den letzten Jahren in der Politik passiert, nicht zufrieden ist (und ich wüste nicht, wer das sein könnte), dann gibt es nur eines, was zumindest einen Stoß in eine andere Richtung bewirken kann: eine kleine Partei wählen.
Den Wahl-o-maten anschmeißen, und sich informieren lassen. Oder sich (wie in meinem Fall) bestätigen lassen, was man schon weiß.

„Taktisch wählen“ ist nebenbei Unsinn. Das einzig sinnvolle ist ehrlich zu wählen.
Hauptsache bleibt allerdings, dass man überhaupt wählen geht.