Ich sehe so gut wie nie fern. Das Internet™ bietet mir genug und meist bessere, vor allem aber so gut wie werbefreie Unterhaltung. Wenn ich aber dann doch mal fernsehe, dann (neben Comedyzeugs) am liebsten Dokumentationen. Nach Natur-/Reisedokumentationen (die mein Permanentfernweh bedienen) am liebsten Wissenschaftsdokumentationen*.
Gerade bei diesen Wissenschaftsdokus lässt sich in den letzten Jahren leider ein unsäglicher Trend erkennen: das Einbauen eines Spannungsbogens.

Beispiel ist eine kürzlich ausgestrahlte Sendung: es wurde über eine Mumie aus China berichtet, die so besonders konserviert ist, dass sämtliche Weichteile inkl. Organen sowohl noch vorhanden als auch noch weich sind. Außerdem ist noch Blut in den Adern, und einen Leichenstarre hat auch nicht wirklich eingesetzt. Es wird gesagt, dass dies die einzige bekannte solche Mumie ist, und dass man keine Ahnung über die Konservierungsmethode hat.
Im Laufe der Sendung kommt dann heraus, dass a) einen zweite ähnliche Mumie gefunden wurde und b) der verwendete Technik inzwischen herausgefunden wurde.
Das soll eine Doku sein, kein Drama!
Mich nervt sowas. (Offensichtlich). Kann ja sein, dass die Macher ihr Thema für weniger interessant halten, wenn man direkt beide Leichen auftischt, aber dann kann man doch bitte anfangs entweder in der Vergangenheit reden oder aber Erzählpräsens verwenden, dann aber dabei klar machen, dass das gerade erzählte nicht mehr aktuell ist.

Da les’ ich doch lieber Wikipedia.