Augenscheinlich


Ich bin gerade von einer Dienstreise nach Belgrad zurück. Recht erfolgreich dazu; ich bin mit lediglich einer Präsentation und einem Satz Visitenkarten im Gepäck hingeflogen und komme mit ein paar Projektmöglichkeiten und einem Haufen geschäftlicher und privater Kontakte zurück. Was genau Sinn und Zweck dieser Reise war.

Für mich das erste Mal, dass ich in Osteuropa im Allgemeinen und auf dem Balkan im Speziellen war. Und es war durchaus fabulös 😉
 
Es ist immer wieder ein Abenteuer, in ein Land zu reisen, von dessen Sprache man keine drei Wörter kennt, und bei dem bei einem Großteil der Bevölkerung davon auszugehen ist, dass er des Englischen nicht im geringsten mächtig ist.
SchildZum Glück kann ich einigermaßen kyrillisch lesen (eine Nachwirkung des Mongolei-Aufenthaltes), denn obwohl in Serbien sowohl das serbisch-lateinische als auch das kyrillische Alphabet verwendet werden, trifft man immer wieder auf Beschriftungen und Schilder die lediglich eines von beidem verwenden. Es gibt auch sehr viele Worte im serbischen*, die im Deutschen gleich oder sehr ähnlich sind. Pošta zum Beispiel ist die Post. Überraschenderweise. Oder Šnicla für Schnitzel. Mit ein bisschen Sprachgefühl kommt man schon einigermassen durch.
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Tight, babyTight, baby
Tight, babyTight, baby

 
Den Micra von Kathrin und Lars kriegen wir bestimmt auch noch davor.
 
[Etwaige Verwacklungen mögen verziehen werden, ist mit 1/6s aus freier Hand belichtet]


Angrillen
AngrillenAngrillen
Angrillen

 
Man könnte noch Geschichten erzählen von Kommunikationsproblemen und folgender Kohleknappheit, von wegtreibenden Bierflaschen, von immer neuen auftauchenden Leuten und von Bonner Verkehrsproblemen.
 
Aber ich lasse lieber die Bilder sprechen und kann nur sagen:

 
Endlich zu Hause.

Das gestrige Experiment ist -wie zu erwarten- erfolgreich verlaufen:

Versuchsreihe
0h 0m 0h 40m 1h 20m
Pflanze bei 0:00 Pflanze bei 0:40 Pflanze bei 1:20
2h 0m 2h 40m 3h 20m
Pflanze bei 2:00 Pflanze bei 2:40 Pflanze bei 3:20
4h 0m 4h 19m (Versuchsende)
Pflanze bei 4:00 Pflanze bei 4:19

Eine deutliche Veränderung aufgrund der Wasserbeigabe ist trotz tiefster Anfangsdepression in kürzester Zeit festzustellen. Nach einer langsamen Phase des „Aufrappelns“ zeigt sich deutlich emotionale Bewegung, sobald einmal die Entscheidung getroffen ist, die Niedergeschlagenheit hinter sich zu lassen. Im weiteren Verlauf sind sogar minütlich „Verbesserungen“ festzustellen.

Die Gesamtansicht der Versuchsreihe soll natürlich der werten Leserschaft nicht vorenthalten werden. Und da einzelne Bilder nicht die gleiche Ausdrucksstärke* besitzen, soll dies in animierter Form geschehen (ein Einzelbild entspricht hierbei einer Minute):


[Achtung, 16MB großes animiertes GIF nach dem Klick]
Emoblatt - Animiertes GIF
 
Gibt es auch in größerer Aufösung (62MB) und als Video (5,4MB, aber schlechtere Qualität).

Dass diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar sind, sollte außer Frage stehen.
Jetzt gilt nur noch herauszufinden, welche Mittel dem Patienten einzugeben sind, sowie Dosis und Art der Zuführung.
 
 
*und Unterhaltungswert – ein in der Wissenschaft nicht zu unterschätzender Faktor
 
 
 
Ich habe übrigens deutlich gezögert, diese Ergebnisse zu veröffentlichen, da möglicherweise eine Klage von Myspace ins Haus stehen könnte. Schließlich ist zu erwarten, dass ihnen in der Folge dieser Studie 80% der Benutzer wegbrechen.
Ich habe mich dann doch dazu durchgerungen, da man sich im Sinne der wissenschaftlichen Integrität von so etwas nicht beeinflussen lassen darf.

 
PS: Thank god for ImageMagick! Und zum Glück hab ich ein Skript gefunden, mit dem man automatisch Gradationkurven anwenden kann.




Gestern abend haben wir uns eine Pause vom üblichen Karnevalsrhythmus (mittags irgendwas zusammen machen, dann zwischenzeitlich nach Hause und abends wieder auf die Piste) gegönnt und waren im WOKI.
Das WOKI ist immer noch einer meiner liebsten Plätze in Bonn, insbesondere der große Saal mit seinen tiefen roten Plüschsesseln mit Unmengen Beinfreiheit, den Flaschenhaltern davor und mit der gemütlichen Beleuchtung mit den Fluggänsen auf der Seite.



Nur der reimende Eisverkäufer, der sonst immer nach dem Lagnese-Spot kommt, war gestern nicht da. Das dürfte aber am völligen Fehlen des Werbe- und Vorschaublocks gelegen haben.
 
Waltz with Bashir ist ein großartiger Film. Nicht schön -ganz und gar nicht- aber großartig. Ich kenne wenige Filme, die so eindringlich sind und mich so mitgenommen haben. Falls jemand nicht weiß, worum es geht (die Möglichkeit besteht ja durchaus): es ist ein israelischer Zeichentrickfilm, in dem ein Mann, der als 19-jähriger im Libanon-Krieg gedient hat, feststellt, dass er sich nicht an den Krieg erinnern kann und versucht, diese Erinnerungen „wiederzufinden“, in dem er Leute aufsucht, die mit ihm im Krieg waren.
 
[Da ich selber Filme gerne „jungfräulich“ sehen, hier die Warnung, dass ich im Folgenden das Ende verraten werde (was zwar nicht überraschend wie bei Fight Club oder Sixth Sense is, aber man will ja trotzdem nicht immer alles wissen). Wer das nicht vorweggenommen haben möchte, lese bitte nicht den nächsten Absatz.]
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