Bonn


Die Reste von Karneval sind den Abfluss runtergeduscht, die gefangene Kamelle auf den Weg in meinen Magen, und es bleibt eigentlich nur noch, die letzten Tage zusammenzufassen.
 
Es waren sehr lustige jecke Tage, diesmal sogar mit 50% Prozent mehr Karnevalstouristen als letztes Jahr! Wobei – Madame Coco ist ja im Grunde inzwischen Festinventar. Dafür hat sich aber die Anzahl an charmanten Damen aus dem kotelettförmigen Alpenland südlich von Bayern verdoppelt. Seltsamerweise war dieses Jahr die Abknickrate relativ hoch; gestern um 9 im Carpe waren z.B. nur noch Anita, Peter, Kerstin Karin und meine Wenigkeit übrig. Das dann aber wenigstens bis halb vier 😉 . Hat der Grundstimmung aber keinen Abbruch getan. Meiner zumindest nicht.
 
Dieses Jahr hatte wir zu ersten mal ein Gruppenkostüm: die Supertiere! Man nehme ein Tierkostüm (die an sich ja schreien: „ich bin unkreativ, versuche das aber durch viel-Geld-ausgeben zu überdecken“), dazu einen roten Umhang und ein grandios von Kathy gebasteltes Superman-Zeichen, und schon sieht man lustig aus und ist als Gruppe erkennbar.
 




 
Auf dem Bild sind leider nicht alle drauf; es fehlen Super-Schwarzes-Schaf (Olli), Super-Frosch (Andrea), Super-Marienkäfer (Kathy, krank), Super-Kuh (Walli), Super-Katze (Kerstin Katrin Karin) und Super-Huhn (meine Wenigkeit).
Hm, fast die Hälfte, also. Irgendwo müsste es noch bessere Gruppenbilder geben, aber die hab ich (noch) nicht.
 
Natürlich hat uns (wie so immer) das Karnevalstreiben Donnerstag und Montag in die Altstadt vor’s Pawlow geschwemmt, wo einem dann Gott und die Welt vor die Füße läuft. Ich liebe diese Stadt.
 
 
PS: So ein Overall is übrigens nich mehr so ganz praktisch, wenn man sich in einem fensterlosen Raum mit mehr Menschen, als unter vernünftigen Umständen reinpassen, zu lauter Musik rhythmisch bewegen will.




Gestern abend haben wir uns eine Pause vom üblichen Karnevalsrhythmus (mittags irgendwas zusammen machen, dann zwischenzeitlich nach Hause und abends wieder auf die Piste) gegönnt und waren im WOKI.
Das WOKI ist immer noch einer meiner liebsten Plätze in Bonn, insbesondere der große Saal mit seinen tiefen roten Plüschsesseln mit Unmengen Beinfreiheit, den Flaschenhaltern davor und mit der gemütlichen Beleuchtung mit den Fluggänsen auf der Seite.



Nur der reimende Eisverkäufer, der sonst immer nach dem Lagnese-Spot kommt, war gestern nicht da. Das dürfte aber am völligen Fehlen des Werbe- und Vorschaublocks gelegen haben.
 
Waltz with Bashir ist ein großartiger Film. Nicht schön -ganz und gar nicht- aber großartig. Ich kenne wenige Filme, die so eindringlich sind und mich so mitgenommen haben. Falls jemand nicht weiß, worum es geht (die Möglichkeit besteht ja durchaus): es ist ein israelischer Zeichentrickfilm, in dem ein Mann, der als 19-jähriger im Libanon-Krieg gedient hat, feststellt, dass er sich nicht an den Krieg erinnern kann und versucht, diese Erinnerungen „wiederzufinden“, in dem er Leute aufsucht, die mit ihm im Krieg waren.
 
[Da ich selber Filme gerne „jungfräulich“ sehen, hier die Warnung, dass ich im Folgenden das Ende verraten werde (was zwar nicht überraschend wie bei Fight Club oder Sixth Sense is, aber man will ja trotzdem nicht immer alles wissen). Wer das nicht vorweggenommen haben möchte, lese bitte nicht den nächsten Absatz.]
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Wo wir gerade von Tauschhandel geredet haben…
Ich habe vor einiger Zeit schonmal den Bonner Tausch- und Verschenkmarkt angepriesen. Das ist ein Service des Amtes für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft der Stadt Bonn, bei dem man kostenlos Inserate reinsetzen kann, wenn man irgendetwas sucht oder tauschen bzw. verschenken möchte.

Warum ich das jetzt erwähne?
Weil ich letzte Woche fünf Packungen Barilla-Nudeln gegen eine Kiste voller Bücher getauscht hab:




 
Von den meisten der Autoren hab ich noch nichts gehört, und ich hab auch bei fast allen Büchern keine Ahnung, worum es geht. Aber gerade das finde ich spannend.
Zwei Bücher davon scheinen schlimme Emanzenliteratur zu sein. Aber das ist dann halt Kollateralschaden 😉
 
 
Gibt es übrigens auch (unter anderen Namen) in einer ganzen Reihe anderer Städte.

Ich bin seit längerem auf der Suche nach einem neuen (gebrauchten) Fahrrad.
Ich habe zwar eins, das ausnahmsweise auch mal groß genug ist, allerdings sind Kette und Ritzel so rostig und ausgelutscht (hab ich in dem Zustand bekommen), dass man mit gleichmäßigem Tritt zwar ganz gut fahren kann, aber sobald man mal was mehr Druck auf das Pedal geben muss (z.B. an ner Steigung), rutscht die Kette sofort durch. Eine eher unangenehme Sache.

Ich war auch schon beim Fahrradhändler, um mal in Erfahrung zu bringen, was es kosten würde, die Gangschaltung auszutauschen. Antwort: mindestens 90, eher 130, und lass es lieber sein, das lohnt sich nicht.
Ungünstig. Zumal der Gebrauchtradmarkt in Bonn eher unergiebig ist (zumindest ausserhalb der Uni-Fahrradbörse-Zeiten). Wer im Winter in Bonn ein Gebrauchtrad findet, dass neben funktionstüchtig auch bezahlbar ist (meistens trifft man nur eine der beiden Eigenschaften an), sollte sich auch gleich auf die Suche nach dem Bernsteinzimmer machen.

Leider lässt meine Freizeit letzteres nicht zu; ansonsten wäre das wohl gerade eine gute Idee.
Wir haben zur Zeit (d.h. seit September bis diesen Donnerstag) Ken Kent von der Unversity of New Brunswick als Gastprofessor hier (lustiger Geselle übrigens, und verrückt nach Glühwein 😉 ), der es noch auf den Fahrradmarkt der Uni geschafft hat und da ein Rad abgreifen konnte. Gestern fragte er mich beim Mittagessen: „Mo, do you know of a place where I could get rid of my bike?“ – Aber sicher weiß ich da was 😉

35 Euro später habe ich jetzt ein Gebrauchtrad, dass sich durchaus sehen lassen kann. Ein bisschen klein vielleicht (eigentlich brauche ich einen 28″-Rahmen), aber für ein paar Tacken kann ich da ne neue Lenkstange dran schrauben und gut is.

Manchmal kann es so einfach sein.

Bisher hatten wir ja einen recht langen und milden Herbst, und die Bäume haben noch recht lange ihr Laub getragen.
Bis heute.
Es ist ein klein wenig ungemütlich, und so ziemlich alle Blätter haben sich im Laufe des Morgens davon überzeugen lassen, ihren Aufenthaltsort doch auf den Boden zu verlegen.

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