Kontextfrei


Ich habe heute damit angefangen, einen lang gehegten Traum von mir in die Tat umzusetzen.
Ich war beim Logopäden, und werde das in Zukunft regelmäßig tun.
 
 
Wer mich kennt, wird wissen, dass ich meistens recht schnell und vor allem recht undeutlich rede. Ein Umstand, der mir durchaus bewusst ist und mich ziemlich stört. Und ein Umstand, von dem ich weiß, dass man ihn beheben kann, wenn auch mit viel Arbeit und Training. Und ich weiß, dass ich das nicht ohne Hilfe kann. Und die hole ich mir jetzt.

Das ist aber nur die halbe Miete: viel mehr als die schonmal undeutliche Aussprache stört mich meine gepresste Sprechweise, die auch dazu führt, dass ich bestimmte Lautstärken nicht wiedergeben kann. Auch das werde ich angehen; in der Hauptsache sogar.

Aber im Grunde sind das alles nur -wenn auch wichtige- Schritte auf dem Weg zum eigentlichen Ziel: ich möchte Singen können.

Die Reste von Karneval sind den Abfluss runtergeduscht, die gefangene Kamelle auf den Weg in meinen Magen, und es bleibt eigentlich nur noch, die letzten Tage zusammenzufassen.
 
Es waren sehr lustige jecke Tage, diesmal sogar mit 50% Prozent mehr Karnevalstouristen als letztes Jahr! Wobei – Madame Coco ist ja im Grunde inzwischen Festinventar. Dafür hat sich aber die Anzahl an charmanten Damen aus dem kotelettförmigen Alpenland südlich von Bayern verdoppelt. Seltsamerweise war dieses Jahr die Abknickrate relativ hoch; gestern um 9 im Carpe waren z.B. nur noch Anita, Peter, Kerstin Karin und meine Wenigkeit übrig. Das dann aber wenigstens bis halb vier 😉 . Hat der Grundstimmung aber keinen Abbruch getan. Meiner zumindest nicht.
 
Dieses Jahr hatte wir zu ersten mal ein Gruppenkostüm: die Supertiere! Man nehme ein Tierkostüm (die an sich ja schreien: „ich bin unkreativ, versuche das aber durch viel-Geld-ausgeben zu überdecken“), dazu einen roten Umhang und ein grandios von Kathy gebasteltes Superman-Zeichen, und schon sieht man lustig aus und ist als Gruppe erkennbar.
 




 
Auf dem Bild sind leider nicht alle drauf; es fehlen Super-Schwarzes-Schaf (Olli), Super-Frosch (Andrea), Super-Marienkäfer (Kathy, krank), Super-Kuh (Walli), Super-Katze (Kerstin Katrin Karin) und Super-Huhn (meine Wenigkeit).
Hm, fast die Hälfte, also. Irgendwo müsste es noch bessere Gruppenbilder geben, aber die hab ich (noch) nicht.
 
Natürlich hat uns (wie so immer) das Karnevalstreiben Donnerstag und Montag in die Altstadt vor’s Pawlow geschwemmt, wo einem dann Gott und die Welt vor die Füße läuft. Ich liebe diese Stadt.
 
 
PS: So ein Overall is übrigens nich mehr so ganz praktisch, wenn man sich in einem fensterlosen Raum mit mehr Menschen, als unter vernünftigen Umständen reinpassen, zu lauter Musik rhythmisch bewegen will.




Gestern abend haben wir uns eine Pause vom üblichen Karnevalsrhythmus (mittags irgendwas zusammen machen, dann zwischenzeitlich nach Hause und abends wieder auf die Piste) gegönnt und waren im WOKI.
Das WOKI ist immer noch einer meiner liebsten Plätze in Bonn, insbesondere der große Saal mit seinen tiefen roten Plüschsesseln mit Unmengen Beinfreiheit, den Flaschenhaltern davor und mit der gemütlichen Beleuchtung mit den Fluggänsen auf der Seite.



Nur der reimende Eisverkäufer, der sonst immer nach dem Lagnese-Spot kommt, war gestern nicht da. Das dürfte aber am völligen Fehlen des Werbe- und Vorschaublocks gelegen haben.
 
Waltz with Bashir ist ein großartiger Film. Nicht schön -ganz und gar nicht- aber großartig. Ich kenne wenige Filme, die so eindringlich sind und mich so mitgenommen haben. Falls jemand nicht weiß, worum es geht (die Möglichkeit besteht ja durchaus): es ist ein israelischer Zeichentrickfilm, in dem ein Mann, der als 19-jähriger im Libanon-Krieg gedient hat, feststellt, dass er sich nicht an den Krieg erinnern kann und versucht, diese Erinnerungen „wiederzufinden“, in dem er Leute aufsucht, die mit ihm im Krieg waren.
 
[Da ich selber Filme gerne „jungfräulich“ sehen, hier die Warnung, dass ich im Folgenden das Ende verraten werde (was zwar nicht überraschend wie bei Fight Club oder Sixth Sense is, aber man will ja trotzdem nicht immer alles wissen). Wer das nicht vorweggenommen haben möchte, lese bitte nicht den nächsten Absatz.]
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„Ich dachte es wäre Handcreme und habe es mir auf die Hände geschmiert. Es ist aber Kleber.“

Gestern war dem Oli sein Jungesellenabschied.
Auf einem geheimen Planungstreffen (wie das ja immer so is) waren wir uns ziemlich schnell einig, dass das altbekannte „Wir ziehen dem-Bräutigam ein Kostüm an und ziehen durch die Kölner Altstadt, wo er irgendwelchen Frauen Krempel aus nem Bauchladen verkaufen muss“ blöd ist und daher nicht in Frage kommt.
Verkleiden an sich ist aber spassig, also haben wir beschlossen, Oli als Zuhälter zu verkleiden (schön mit Trainingshosen und Vokuhila) und uns in möglichst schlampenmäßige Outfits zu werfen (ein solches bekommt sehr einfach für wenig Geld bei Kik. Ich war dafür zum ersten mal da drin und muss sagen: der Laden wird seinem Ruf gerecht. Völlig.). So ausgestattet sind wir 16 „Mann“ dann durch 5 ausgesuchte Dellbrücker Kneipen getourt. In jeder dieser Kneipen wartete ein Fässchen auf uns, dass der Oli allerdings erstmal „freispielen“ musste, vorher wurde auf seinen Deckel getrunken. Haben wir ihm zumindest erzählt 😉 .

Die Spiele waren natürlich fast alle schön auf den werten Herrn zugeschnitten, zum Beispiel musste er „Poldi nach Köln holen“ (einen „Starschnitt“ aus in der Kneipe versteckten Puzzleteilen zusammensetzen), eine Seite seiner Master Thesis korrigieren, Minigolfen und ein Handy zwischen zwei Holzbalken aus einer Kiste rausangeln.
Ein durch und durch herrlicher Abend.

Ich hab übrigens immer noch einen Kater aus den untersten Tiefen der Hölle. Aber das war’s wert. 🙂
 
 
 
Ein Bild davon is übrigens bei 8pm zu finden, der Rest wird auf Wunsch einiger Beteiligter nicht seinen Weg ins Internet finden.

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