Juni 2009


Allein für die Plakate von Lucky Strike, diese jahrzehntelange Lichtblickkonstante in der Geschmackssenke, die deutsche Werbung darstellt, bin ich gegen das Verbot von Tabakwerbung.

1999er Kirchheimer Schwarzerde Morio Muskat Spätlese, Weingut Bähr

 
1999er Morio-Muskat Spätlese von der Kirchheimer Schwarzerde, Weingut Bähr (Pfalz). Halbtrocken.
 
Ein runder, fruchtiger, voller Geschmack, nicht wirklich süß, aber mit einer kleinen Note Honig. Man schmeckt, dass er aus einer Traube gemacht wurde, die viel Sonne gesehen hat. Frische Säure und doch leicht, prickelt schwach auf der Zunge.
Ein Geruch, der die Nase umschmeichelt und in weiche Tücher packt. Voll, fruchtig, aromatisch. Könnte den ganzen Abend dran riechen.
Für Leute, die entgegen dem allgemeinen Trend Wein bevorzugen, nach dessen Genuss man nicht ein Glas Wasser trinken muss, um den Flüssigkeitshaushalt im Mund wiederherzustellen.
 
Mein absoluter Lieblingswein.
Ich habe eben die vorletzte Flasche geöffnet.

Eben in Terminator: Die Erlösung gewesen. Hatte mal wieder Bock auf Ballerkino.

Nach den ganzen schlimmen Vorberichten war meine Erwartungshaltung äußerst niedrig, aber ich war positiv überrascht. Mein Abend war jedenfalls nicht verschwendet, und ich hab mich amüsiert.
Insbesondere die „an den Haaren herbeigezogene Zeitreisenverstrickung“, die überall so kritisiert wurde, hab ich nicht entdecken können. Hat alles wunderbar zu den anderen Filmen gepasst.

Ein paar Beobachtungen noch:

  • Alle Maschinen, und wahrscheinlich auch die Terminatoren, haben USB-Anschluss
  • Terminatoren bevorzugen es, mit einer Gatling-Kanone statt mit z.B. einem Scharfschützengewehr auf Einzelziele zu schießen.
  • Terminatoren bevorzugen es, Leute, die sie töten sollen, durch die Gegend zu schmeißen, anstatt sie festzuhalten und ihnen ein bis zwei mit dem Leben unvereinbare Verletzungen zuzufügen.
  • Die beste Möglichkeit, mit der Basis unentdeckt zu bleiben, ist anscheinend, den gesamten Wald drumherum in die Luft zu sprengen.
  • Kurz bevor die Industrie sich in Rauch aufgelöst hat, scheint sie Unmengen an Militärgerät, Waffen und Munition produziert zu haben, so dass man 21 Jahre später immer noch äußerst verschwenderisch damit umgehen kann.
  • Es ist nur ein Film 😉

Besonders gefallen hat mir übrigens, dass der Film augenzwinkernderweise mit Anspielungen auf die alten Terminator-Filme gespickt war.

Der gute Ken aus Kanada ist weider im Lande. Als er Ende letzten Jahres hier war, wobei er fragwürdige Kunst an beschlagenen Autofenstern hinterlassen, erstaunliche Mengen Gluuuhwine verkostet und generell gute Laune verbreitet hatte, hat er ein Konto bei der Deutschen Bank eröffnet. Aus irgendeinem Grund hat er es damals nicht aufgelöst, wollte das jetzt aber tun.
Dazu musste erstmal bei der Service-Hotline der Deutschen Bank angerufen werden, um abzuklären, ob dazu noch irgendwelche Dokumente nötig sind. Das Problem ist, dass Ken etwa so viel Deutsch spricht wie ich Italienisch (d.h. ja, nein, bitte, danke, und einmal die Speisekarte rauf und runter raten). Also hab ich das mal freundlicherweise übernommen.

Natürlich wird man da erstmal vom Band begrüßt
„Herzlich Willkommen bei der Deutschen Bank! Wenn Sie bereits Kunde sind, dann sagen sie bitte ‚Service‘. Wenn…“
Eine Spracherkennung! Argh! Ich lasse ein gepflegt genervtes „Oohhhrhh“ entweichen.
„Ich hab Sie leider nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie es noch einmal.“
„They’ve got voice recogn…“
„Ich hab Sie leider nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie es noch einmal.“
„Service.“
„Danke sehr. Bitte geben Sie ihre Filialnummer an.“
„Damn, they need the branch numb…“
„Ich hab Sie leider nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie es noch einmal.“
„Oohhhrhh“
„Ich hab Sie leider nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie es noch einmal.“

Erstmal auflegen, Filialnummer suchen. Ken findet sie in seinen Unterlagen.
Also nochmal anrufen.
„Herzlich Willkommen bei der Deutschen Bank! Wenn Sie…“
„Service“
„Danke sehr. Bitte…“
„Four. One. Four.“
„Ich hab Sie leider nicht…“
Argh! „Vier. Eins. Vier.“
„Vielen Dank. Bitte geben Sie ihre Kontonummer an.“

Danach ging’s dann flüssig. Wenigstens scheint die Software ganz gut trainiert zu sein. Ich erinnere mich da an die Anfänge von sowas bei der Deutschen Bahn. Die Software war so schlecht, dass EinsLive daraus ein Gewinnspiel gemacht hatte: wer es schaffte, innerhalb von 60 Sekunden ein Hin- und Rückfahrticket zu einem beliebigen Bahnhof zu ordern, bekam es vom Sender bezahlt.
Was aber noch viel wichtiger ist: man kann der Software hier einfach dazwischenreden.

Normalerweise sehe ich ja an dieser Stelle davon ab, direkt auf politische Parteien einzugehen bzw. gar auf deren Seiten zu verlinken. Überhaupt wird hier nicht zu finden sein, wie ich wähle*. Ich denke, es ist herauszulesen, dass ich nicht gerade dem konservativen Lager angehöre, aber dabei will ich es bewenden lassen.
 
Warum ich das erzähle? Weil mir gerade danach ist, mit dieser Regel zu brechen. Ich fühle mich nämlich bemüßigt, darauf hinzuweisen, dass ein alter Schulfreund und Klassenkamerad von Grundschule bis zum Abi inzwischen Oberbürgermeisterkandidat für Bonn ist. Zwar für die LINKE, aber immerhin 😉
 
Unsere politischen Ansichten stimm(t)en zwar nicht immer überein, aber es ist trotzdem nett zu sehen, dass ein alter und gern gesehener Diskussionspartner (mit dem man sogar mal zusammen eine Kommunalpartei gegründet hat), politisch „aufsteigt“.
 
Links-rheinisch.de finden ich übrigens ein ziemlich gelungenes Wortspiel. 🙂

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