Die lieben Mitmenschen


Edit: wenn du über Google hier gelandet bist:
Herzlich willkommen, du bist nicht der erste. Deine Frage wird evtl. drunter beantwortet.

Eigentlich hasse ich ja diesen Begriff.
Eigentlich.

Die Situation:
Wir haben vor einem Jahr unseren Stromanbieter gewechselt, von Yello zu eprimo. Jetzt kam die erste Jahresabrechnung von eprimo, und die stimmt mal fröhlich nicht. Die gehen nämlich von einem Anfangszählerstand aus, der lockere 450 kWh unter dem Endzählerstand von Yello liegt (In Geldsprache: das entspricht etwa 80 Euro).
Also fröhlich bei eprimo angerufen. Die Essenz des Geprächs: „Den Anfangszählerstand kriegen wir vom Netzbetreiber mitgeteilt. Da sind wir nicht zuständig für, rufen Sie bitte bei RWE an.“
RWE: „Ach, sie wohnen in Bonn? Da kriegen wir die Zählerstände von den Stadtwerken. Sind wir nicht zuständig für, rufen sie bitte bei der SWB an.“
SWB: „Hm, das is ein Problem. Ich bin da aber auch nicht zuständig für, das macht die Frau XYZ. Die is aber heute nich im Haus, rufen sie morgen bitte nochmal an, und lassen sie sich direkt verbinden“

Nächster Tag: *tuuuuuuuuuut* *tuuuuuuuuuut* *tuuuuuuuuuut* *tuuuuuuuuuut* *tuuuuuuuuuut*……

Heute: „Zentrale SWB, guten Tag.“ „Ja, guten Tag, Vieth hier, ich hätte gerne die Frau XYZ gesprochen. Können sie mich verbinden?“ „Nee, so jemand gibt es hier nicht. Ich verbind sie mal mit dem Call-Center“
Call Center: „Bin ich nicht zuständig für, das macht die Frau ABC. Lassen sie sich von der Zentrale mal mit ihr verbinden, kann aber sein, dass die wegen Brückentag nicht im Hause ist.“

War aber zum Glück da. Bei Frau ABC hat sich dann rausgestellt, dass ich -natürlich- nicht in deren System drinstehe, weil ich ja auch nie SWB-Kunde war. Und Zählerdaten haben die natürlich auch nich. „Dann müssen sie wohl nochmal bei eprimo anrufen“ (Trotzdem war die Frau wenigstens freundlich und hilfsbereit)
Wieder bei eprimo: „Wir dürfen das nicht ändern, und können das auch nicht eigenmächtig. Da müssen sie sich von der RWE eine Bestätigung zuschicken lassen, die sie uns dann schicken“.

An dieser Stelle hatte sich mein Hals schon leicht gewellt.

Bei RWE hat sich dann herausgestellt, dass Yello weder den letzten abgelesenen Zählerstand (von der Jahresabrechnung, einen Monat vor Kündigung), noch den letzten, (recht genau) geschätzen Zählerstand von der Endabrechnung an RWE übermittelt hat, die daraufhin halt selbst geschätzt haben.
RWE machte dann den Vorschlag, einfach eprimo die Endabrechnung von Yello zu schicken. Das will eprimo aber nicht (auf die grandiose Idee bin ich auch schon gekommen, und hab das denen auch schon in den zwei Geprächen vorgeschlagen. Wär ja auch das unkomplizierteste). Geht aber nicht, die Onkels und Tanten von eprimo stellen sich da quer.
Jetzt setzt RWE an eprimo nochmal ein neues „Willkommensschreiben“ auf, mit dem von Yello übernommenen Zählerstand. Das konnte ich irgendwann aushandeln, weil deren neue Schätzung (nachdem ich die Pflicht von Yello übernommen und denen den abgelesenen Zählerstand mitgeteilt hab) recht nah an die Endabrechnugn von Yello rankam.

Ich erwarte nicht, dass eprimo daraufhin die alte Rechnung storniert und ne neue aufsetzt, sondern, dass ich denen noch weiter in den Hintern treten darf. Langsam nähern sich meine Telefonkosten dem Fehlbetrag von der Rechnung an…

Ab jetzt wird nur noch schriftlich mit eprimo Konversation geführt.
 
 
Als „Service“ hätte ich übrigens folgenden Ablauf empfunden:
„Guten Tag, mein Name is Moritz Vieth. Meine Jahresabrechnung stimmt nicht“ „Kein Problem, wir klären das mit dem Netzbetreiber ab und kümmern uns darum“.
 
 
Servicewüste Deutschland.
 
 
 

Nachtrag, da monatlich mind. 6 Leute hier landen, auf der Suche nach eprimo, RWE und ihrem Zählerstand:
Nach der Telefonorgie (die mich doch stark an Asterix bei den Römern erinnert hat), ist wider Erwarten doch alles glatt gelaufen. Ich habe eine neue Rechung mit korrektem Verbrauch gekriegt und seitdem nicht wieder Ärger mit dem Verein gehabt. Einziger Unterschied ist, dass ich inzwischen den Zählerstand an zwei Stellen schicken darf. RWE hätte den nämlich gerne zur Gegenprüfung. Gibt keine Rechnung oder Ähnliches, das dient lediglich dazu, dass sie in den eigenen Akten einen verlässlichen Wert stehen haben.
Ist mir ehrlich gesagt auch lieber.

Ich bin heute auf ein Exemplar einer ganz besonderen Spezies gestoßen.

Eine Mutter hat es im Zug geschafft, ihren Kinderwagen so zu plazieren, dass es unmöglich war, daran vorbeizukommen. An sich ja schon blöd, aber noch tolerabel. Allerdings wäre genügend Platz gewesen, den Wagen irgendwie anders hinzustellen. So aber mussten sich tatsächlich 16 Leute (ich hab gezählt) den Platz von einer Sitzreihe und den Raum um die Tür teilen, während der Rest des Zuges so gut wie leer war. Und nein, es war nicht möglich, an einer anderen Tür einzusteigen. Diese Tür war die, die der Treppe am nächsten war, und die Umsteigzeit von der Straßenbahn ist immer recht knapp bemessen. Sämtliche Leute, die durch diese Tür reinkamen, taten das also im Laufschritt. Wieder aus der Tür zu gehen, um dann in einer anderen einzusteigen, hätte bedeutet, sich dem Risiko auszusetzen, dass der Zug ohne einen abfährt.
Ich kann ja noch verstehen, wenn man mal nicht drüber nachdenkt, wie man den Wagen hinstellt (obwohl das wirklich schon sehr dämlich war). Aber spätestens, nachdem die zehnte Person reinkommt, am Wagen vorbei will, und nach 10 Sekunden feststellt, dass das nicht geht (um sich dann halt mit einem Stehplatz zu begnügen), sollte man sich vielleicht überlegen, ob man den Wagen nicht irgendwie anders hinstellen köntne. Der Platz wäre da gewesen.

Ich hab nichts gegen Leute mit Kinderwagen. Nur hat es bis jetzt jede einzelne Person mit einem solchen Gefährt, der ich begegnet bin, geschafft, eben jenes so zu parken, dass es nicht die halbe Bevölkerung zu unnötigen Unannehmlichkeiten gezwungen hätte.

Heute war das Fernsehn in der FH (uiiiiiiii).
RTL hat anscheinend ein paar Szenen für Alarm für Cobra 11 gedreht (Wie auch schon vom Finn berichtet). So weit, so uninteressant. Allerdings konnten Oli und ich ein paar Fakten über Fernsehproduktionen sammeln:

  • Fernsehteams stehen gerne mal im Weg (ohne jetzt mal böse Absicht zu unterstellen). Und zwar so, dass man ziemlich Umwege nehmen muss (z.B. über andere Stockwerke), um nicht durchs Bild zu laufen.
  • Die Wichtigkeit einer Person korrelliert direkt mit der Größe des Mikrofons vom Headset. Wenn das Mikro samt Schaumstoffdrumherumdings fast das halbe Gesicht bedeckt, steht man vorm Obermufti.
  • Die meiste Zeit stehen alle am Set nur rum.
  • Es werden sogar extra die Süßigkeitenautomaten abgeschaltet, damit sie keinen Krach machen beim Dreh.
  • Fernsehteams verbreiten einen ziemlichen Mief, wenn sie sich lange an einem Ort aufhalten.
  • Fernsehteams filmen lieber Statisten in der Cafeteria, als die Studenten, die eh darin sitzen.

Die fertige Sendung muss ich mir natürlich trotzdem im Fernsehn angucken. 😉

PS: mir fällt grad auf, dass ich ein schönes Muster mit der Aufzählung gemacht hab 🙂

Is irgendwie in den letzten Wochen liegengeblieben, möchte ich aber doch noch mit euch teilen:


Weiberfastnacht, nachts im Bahnhof, warten auf die U-Bahn.
 
Durchsage:
„Sehr verehrte Fahrgäste, aufgrund hohen Verkehrsaufkommens kommt es bei den Linien aus Richtung Köln zu Verspätungen von bis zu 40 Minuten“. Kann man Karneval mit rechnen, kein Grund, sich zu ärgern.
Womit ich nicht gerachnet hab, waren die Sekthexen neben mir:
„Virrzisch Minuten? Dat is ja ne Stunde!“


16.02., bei meinen Eltern im Wohnzimmer.
 
Ich hab nicht wirklich was zu tun und zappe rum. Bleibe kurz bei Galileo hängen. Thema Diamanten:
„Allgemein herrscht die Meinung, dass die meisten Diamanten aus den Landminen in Afrika kommen…“

Freitag Nachmittag, im Zug, kurz vor Köln.

Durchsage:
„Sehr geehrte Fahrgäste, in Kürze erreichen wir Köln Hauptbahnhof. Zum Aussteigen benutzen Sie bitte die Türen.

[10 Sekunden Pause, in denen ich mich verwundert nach Alternativmöglichkeiten zum Ausstieg aus der Tür umsehe]

In Fahrtrichtung links.“

Heute Nachmittag, im Zug, kurz hinter Köln.

Durchsage von einem hörbar gut gelaunten Schaffner:
„Sehr geehrte Fahrgäste,
in Köln wurde Teile unseres Zugbegleitpersonals ausgetauscht. Ihr Team aus der schönen und sonnigen Stadt Köln wird sie bis Koblenz begleiten. […]“

Ein Blick aus dem Fenster zeigt den Prototyp von Schmuddelwetter…
„Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.“

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