The daily struggle


Die schwere Zeit ist vorbei, und ich komme endlich mal dazu, gewisse Dinge zusammenzufassen. 😉

Ladies and Gents, I present:
Dinge, an denen man merkt, dass man zu oft zu lange in der FH hängt.

– Die Damen am Empfang begrüßen dich mit Namen, und geben dir den Laborschlüssel, ohne dass du ein Wort gesagt hast.
– Auf der Schlüsselliste fängt die Uhrzeit unter „Rückgabe“ immer mit einer 2 an.
– Du gibst den Schlüssel grundsätzlich beim Wachpersonal ab.
– Der Wachmann verabschiedet sich mit „Bis morgen“.
– Du weißt, welcher Wachmann welches Auto fährt.
– Die Putzfrauen versuchen nicht mehr, das Labor aufzuschließen, weil sie wissen, dass jemand drin ist.
– Deine Mafögrechnung übersteigt deine Mensarechnung um das zwei- bis dreifache.
– Die letzten drei Male, wenn du (matebedingt) Wasser lassen gehst, ist das Licht in den Toiletten aus.
– Dass die Jalousien runter gehen, ist für dich ein Zeichen, dass dein Arbeitstag noch rund 3 Stunden dauern wird.

und last but not least:

– Wenn du in Formularen nach deiner Telefonnummer gefragt wirst, gibst du die Nummer vom Labor an.

Ich hab heute meinen Arbeitsvertrag unterschrieben.
Glücklicherweise mit dem Hinweis, dass ich diesen Monat noch Knete bekomme, was nicht selbstverständlich is, wenn so spät im Monat noch ein Vertrag abgeschlossen wird.
Meine wöchentlich Arbeitszeit beträgt 39 Stunden und 55 Minuten. Juhu, wenigstens keine 40-Stunden-Woche! 😉

Die Arbeitszeiten variieren im öffentlichen Dienst übrigens zwischen den Bundesländern, und zwar teilweise minutenweise. In Bayern muss man beispielsweise 40 Stunden und 6 Minuten arbeiten, in Schleswig-Holstein 38 Stunden und 42 Minuten.
Ich kommentier das mal nich weiter.

Jetzt bin ich also fertig.
Ich darf mich jetzt Master of Science nennen.
Aber irgendwie stellt sich das entsprechende Gefühl noch nicht ein. Vielleicht, weil ich noch keine Zeit zum Feiern hatte.

Gestern war ein sehr stranger Tag. Anstrengend. Das Kolloquium war im Grunde nur so was dazwischengeschobenes, mit viel Arbeit vorher und noch mehr Arbeit hinterher. Es is zwar durchaus nach Wunsch verlaufen, aber 5 Minuten danach (bevor wir überhaupt anstossen konnten) durften wir direkt in die Holzwerkstatt gehen, um eine Demo für heute aufzubauen. Aufgrund 5.000 Kleinigkeiten (1 Stunde Adapter suchen, Netzwerkgezicke, Debuggen bis zum Umfallen um dann festzustellen, dass einfach ne Zeile auskommentiert ist, …) hat das fröhlich bis 22.30h gedauert.
Die beiden Sektflaschen stehen noch unberührt in der Fachschaft. Mal gucken, ob ich überhaupt irgendwann dazu komme, die zu öffnen.

In anderthalb Stunden werde ich meinen Arbeitsvertrag unterschreiben, danach ist das abschließende Konsortiumsmeeting zum Rahmenprojekt meiner Thesis. Ich hoffe, dass die Demo so läuft, wie sie soll.

Alumnus. Hm.
Noch hab ichs nich realisiert.

Die letzten vier Stunden meines Studentendaseins sind angebrochen.

Ich stehe mitm Auto im Regen an der Ampel, müde wie immer.
Stütze mich mit dem Ellenbogen neben dem Fenster ab, um meinen Kopf dösig aufzustützen. Mein Blick wandert in den Aussenspiegel, und ich stelle fest, dass die Person hinter mir die gleiche Haltung eingenommen hat. Ein Blick nach vorn teilt mir mit, dass selbiges für die Person vor mir gilt. Und für die davor auch.

Scheint ein allgemein schläfriger Morgen zu sein.

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