The daily struggle


Aaaaaaargh!

Gerade richtig viel Text in ein Web-Formular eingegeben. Vor dem Abschicken dachte ich mir „Hm, das is doch viel. Speicher mal besser in einen Texteditor, bevor die Session abgeleufen ist und der Text weg ist (gelernt aus schmerzlicher Erfahrung, wie wir alle, denk ich)“. Also schön Alt+F3 gedrückt (gdeskbar), ‚gedit‘ eingetippt und Enter gedrückt.

Tja. Der Fokus war aber noch auf der Webseite, und zwar auf einem Link. Ihr könnt euch vorstellen, was passiert ist.
Heute schreib ich das bestimmt nicht nochmal.

Auf dem Schreibtischstuhl zurückgelehnt, die Arme gen Himmel Decke gereckt, Kopf in den Nacken. Endorphin strömen lassen.
Es geht doch wenig über das Gefühl des Triumphs, ein fieses nerviges Problem gelöst zu haben.

Ich habe den Horror in die Knie gezwungen. Er ist noch nicht völlig besiegt und leistet noch Widerstand, aber auch den werde ich brechen. Und dann wird er gezähmterweise als kleiner Schrecken für mich als Sklave arbeiten müssen (mit dem Hinweis, dass ich seine Geburt nicht zu verantworten habe).
Verschwurbelte Variablenzugriffe, sinnlose Positionsvertauschungen in Arrays und seltsame Funktionsaufrufe entdeckt, verflucht und nachgebildet. Und schlussendlich einen fehlerhaften Arrayindex meinerseits entdeckt und behoben.
Das gibt Auftrieb. Es gibt noch einiges zu tun, aber das ist jetzt machbar.

Zu der Gelegenheit fällt mir ein Comic ein, der seit Jahr und Tag in meinem Büro hängt (arbeitgeberunanbhängig):
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Gut, wenn einem vor der Gepäckabgabe am Flughafen noch einfällt, dass man ja immer ein Taschenmesser im Rucksack hat.

Momentan besteht eine meiner Aufgaben darin, den Code eines ehemaligen Kollegens von „C++-Versuch“ und MATLAB nach sinnvollem C++ zu überführen (Von „proof-of-concept“ nach „tatsächlich einsetzbar“).
An sich schonmal meistens nicht die dankenswerteste Aufgabe, aber üblicherweise machbar; vorausgesetzt, der Kollege hat einigermaßen lesbaren und verständlichen Code geschrieben.
 
 
Ihr ahnt, was kommt.
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Eigentlich hab ich mir das Prinzip gesetzt, nicht über Job-Interna und insbesondere nicht über Dinge aus dem Lehralltag zu schreiben. Eigentlich schade, da das viel Erzählmaterial ergibt, aber das gehört einfach nicht in die Öffentlichkeit.

Eigentlich. Heute ist eine Ausnahme.
Ich bin eben über ein Stück Code gestolpert, das mich einfach sprachlos gemacht hat. Ich habe es gelesen, aber anscheinend hat da irgendeine Selbstschutzreaktion des Hirns eingesetzt, weil ich es nicht wahrgenommen hab. Also musste ich es nochmal, aufmerksam, lesen. In dem Moment hat mein Hirn auf Stand-By geschaltet, und meine einzige weitere Reaktion war, den Mund mehrfach auf und zu zu machen, in dem Versuch, Worte dafür zu finden, was mich da aus dem Monitor ansprang.
Was ich da sah, war so falsch, so kaputt, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie man überhaupt darauf kommen kann, so etwas zu tun.

Und jetzt soll ich das bewerten. Man will ja fair sein, und man will nachsichtig bewerten. Und vor allem freundlich bzw. objektiv. Momentan muss ich mich allerdings zurückhalten, der Person zu schreiben, dass jedes Berufsfeld, dass auch nur entfernt mit Informatik zu tun hat, das völlig falsche für sie ist, und dass verhindert werden muss, dass sie jemals auf die Softwareindustrie losgelassen wird.
Das werde ich natürlich nicht tun, ich werde noch nichtmal Extrapunkte dafür abziehen (von „nicht gelöst“ mal abgesehen), aber Lust dazu hätte ich.

Und so sehr es mir auch in den Fingern juckt, das entsprechende Stück Code wird selbstverständlich niemals auf dem Blog zu finden sein. So viel Professionalität muss sein.

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