Die lieben Mitmenschen


Fast wäre es perfekt gewesen. Ein friedliches, ziviles, aber unmissverständliches „Macht euch fott!“

Letztes Wochenende hat Pro Köln alles Mögliche an rechten Parteien, die sich in Europa so finden lassen, nach Köln eingeladen, um ihren „Anti-Islamisierungs-Kongress“ zu veranstalten. Oder besser: zu versuchen, zu veranstalten.
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Gestern ist das Gesetz in Kraft getreten, dass einbürgerungswillige Personen dazu verpflichtet, einen Test zu bestehen.
Und überall wird ein riesiges Bohei drum gemacht, insbesondere sind Stimmen zu hören, die das ganze für ungerecht halten, eine Abschottung des Staates befürchten und allgemein anmahnen, dass man als Deutscher ja auch keinen solchen Test bestehen muss.

Mir kommt es (wie so oft) vor, als würde erstmal drauflosgemotzt und für unwürdig befunden, ohne sich überhaupt mal damit befasst zu haben. Wohlgemerkt, es geht hier um eine Einbürgerung, also das Eintauschen der aktuellen Staatsbürgerschaft gegen die deutsche. Nicht lediglich darum, hier wohnen zu dürfen oder Asyl zu bekommen.
Und ich denke, da sollte man schon wissen, was ein Rechtsstaat ist, wer Konrad Adenauer war, was es mit der DDR auf sich hatte, wieviele Bundesländer es gibt und welche Staatsform Deutschland hat (und es geht hier nicht darum, dass Deutschland eine parlamentarische Demokratie ist, sondern ob Monarchie, Republik, Diktatur oder Anarchie). Und man hat eine Stunde Zeit, 17 von 33 (aus 300) vorher bekannten(!) Multiple-Choice(!)-Fragen richtig zu beantworten. Das sind grob 2 Minuten Nachdenkzeit pro Frage. Und man kann den Test beliebig oft wiederholen (kostet aber jedesmal (*gasp!*) 25 Euro).

Wer sich nichtmal so grundlegend mit dem Land beschäftigt hat, dessen Staatsbürger er sein will, um diesen Test zu bestehen, dem sollte dies auch nicht zuteil werden. Meiner bescheidenen Meinung nach (die die Regierung offensichtlich teilt *g).
Das gilt natürlich auch für andere Staaten. Wenn ich Ami werden wollte, sollte ich auch wissen, wieviele Bundesstaaten es gibt und wer Abe Lincoln war; oder um Franzose zu werden, was der Eiffelturm ist und an welche Meere das Land grenzt (um mir mal ein paar legitime Fragen auszudenken).
 
 
Und ja, wenn man in Deutschland aufgewachsen ist (ob jetzt mit oder ohne Staatsangehörigkeit), sollte man diesen Test aus dem Effeff bestehen können. Völlig unabhängig von Bildungsstand oder Ähnlichem.

* Gebildet klingendes Pseudo-Griechisch-Latein für „Prüflingstypologie“

Klausuraufsicht schieben ist eine unglaublich minderinteressante Tätigkeit. Während die Studenten in den zwei, drei Stunden wenigstens etwas zu tun haben (wenn auch nicht zwangsweise etwas angenehmes), bleibt dies der Aufsichtsperson versagt. Einzige wirkliche Beschäftigungsmöglichkeit (und nebenbei auch Hauptaufgabe) ist hierbei das Beobachten der Prüflinge.
Dabei lassen sich einige Grundklassen herausstellen:
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Endlich ist es soweit.
Seit gestern gilt auch bei uns das Rauchverbot in Kneipen. Ich freu‘ mich drauf, endlich mal nicht stinkend nach hause zu kommen, und endlich kein Beißen mehr in der Nase zu haben, wenn ich gemütlich mit Freunden ein Bierchen zischen will. Für mich ist „rauchfrei“ ein zentraler Bestandteil von „gemütlich“. In Skandinavien und England hab ich auch schon erleben dürfen, wie angenehm das ist.

Was mir nur auf den Keks geht, ist diese Rumgehleuleritis. Als würden die Kneipen auf einmal alle aussterben, weil niemand mehr hingeht. Mal ehrlich, liebe Raucher: geht ihr wirklich nur zum Rauchen in die Kneipe? Und werdet ihr nicht mehr in die Kneipe gehen, wenn ihr nicht rauchen dürft?
Die Erfahrung aus den anderen Ländern zeigt: die Kneipen gehen nicht ein, wenn Rauchverbot herrscht. Allerdings besteht in Deutschland ein kleiner Unterschied, der die (übertriebenen) Ängste der Wirte doch ein wenig plausibel erscheinen lässt: das Gesetz ist nicht konsequent. In skandinavischen Gaststätten und Kneipen darf nicht geraucht werden. Punkt. Gleiches Recht (bzw. Verbot) für alle. Hier allerdings gibt es (wie immer) 85.000 Ausnahmen, angefangen bei großen Betrieben mit separatem Raucherraum. Ziemlich blödsinnig, meiner Meinung nach („Ein Raucherbereich in einem Restaurant ist wie ein Pissbereich im Schwimmbecken“), aber vor allen Dingen unfair. Ich kann schon verstehen, dass da ein paar Leute Verfassungsbeschwerde eingelegt haben. Denn wenn die Raucher die Wahl haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie in die großen Läden mit Raucherbereich gehen.

Ich für meinen Teil werde -sofern möglich- ausschließlich Nichtraucherkneipen aufsuchen (schon mies genug, dass man da jetzt unterscheiden muss). Das schließt leider auch die bisher gern besuchten Zwillinge Billa Bonn und Painless aus. Die werden nämlich so ein unsäglicher Raucherclub, und das gehört boykottiert.

Hm, vielleicht sollte ich mal ne Liste mit No-Go-Locations basteln.
 
 
[Darüber, dass lediglich auf Anschwärzen bei ca. fünften Mal eine Strafe verhängt wird, möchte ich mich hier nicht weiter auslassen.]

100 geht auch noch so gerade. Meistens.

Aber wenn ihr schneller fahrt, dann knicken euch die kleinen Fähnchen ab, Jungs.
Habt ihr aber wahrscheinlich selber schon gemerkt, ne?

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